Um die Bedeutung der Hebamme richtig würdigen zu können, muss man weit in der Menschheitsgeschichte zurückgehen. Sicher war es schon immer so, dass Frauen bei der Geburt geholfen wurde, auch als es noch keine ausgebildeten Hebammen gab. Aber schon sehr früh gab es "Spezialistinnen", die diese Aufgabe übernahmen. Somit begann schon vor Tausenden von Jahren die

Geschichte der Hebammen

Wikipedia sei Dank, dass es heute so einfach ist, Informationen zu nahezu jedem Thema zu finden. Hier daraus eine kurze Zusammenfassung vom dritten Jahrtausend vor Christus bis in die Neuzeit:

Früher:

Zeichnung Hebamme aus "Der schwangeren Frauen und Hebammen Rosengarten"Bereits aus der Zeit der Pharaonen gibt es Tempelmalereien, die von der Arbeit der Hebammen zeugen. Auch im alten Testament (2. Buch Mose) kommen Sie vor:

"Und Gott tat den Hebammen Gutes und das Volk mehrte sich und wurde sehr stark. Und es geschah, weil die Hebammen Gott fürchteten, so machte er ihnen Häuser."

In der Antike wuchs auch die gesellschaftliche Achtung der Hebammen. Anfang des zweiten Jahrhunderts erschien das erste Hebammenlehrbuch Gnaikeia. Damals durften Ärzte keiner Geburt beiwohnen, ja nicht einmal das weibliche Genital berühren.

Im Mittelalter wurden den Hebammen eine ganze Reihe zusätzlicher Pflichten auferlegt. Sie brachten die Neugeborenen persönlich zur Taufe und nahmen, wenn ein Kind bei der Geburtstarb, die Nottaufe vor. Bei ledigen Müttern war es ihre Pflicht, die Abstammung des Neugeborenen ausforschen und bei der Geburt eines behinderten Kindes die Mutter anzeigen.

Der Dominikaner Henricus Institoris schrieb in dem Buch Hexenhammer: "Keiner schadet der katholischen Kirche mehr als die Hebammen." Hier wurde die Verfolgung der Hebammen als Hexen gerechtfertigt. Trotzdem ist nicht eindeutig geklärt, wie sehr die Hebammen von der Verfolgung betroffen waren.

Anfang des 16. Jahrhunderts erschien dann das Werk Der schwangeren Frauen und Hebammen Rosengarten. Es  war das erste bedeutende Handbuch zur Geburtshilfe in Deutschland. In der Folge wurde immer mehr Wert auf die Ausbildung von Hebammen gelegt. Daraus stammt das Bild rechts (Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=665852).

Heute:

Im Laufe der Zeit gab es viele Veränderungen. Es gab erste Ausbildungen für Hebammen in Hebammenschulen und es wurden die ersten Entbindungsanstalten eröffnet. Die Geburtshilfe wurde Pflichtfach in der Ausbildung der Ärzte und immer mehr Kinder kamen in den Kreißsälen der Krankenhäuser zur Welt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Hausgeburt noch der Normalfall. Seit dem letzten Drittel des Jahrhunderts ist sie zur Ausnahme. Im 21. Jahrhundert werden immer weniger Geburten von freiberuflichen Hebammen betreut. Die umfangreiche Ausbildung und die hohe Verantwortung haben nicht, wie man erwarten  könnte, zu einem hohen Einkommen geführt. Stattdessen sind die Versicherungskosten extrem angestiegen und betragen mittlerweile mehr als 7.000 Euro im Jahr. Das ist für die freiberuflichen Hebammen kaum noch zu erwirtschaften, so dass sie sich immer mehr auf die Geburtsvorbereitung und die Wochenbettbetreuung beschränken. Hier aber ist ihre Arbeit nach wie vor von großer Bedeutung.

Übrigens:

Seit 1985 gibt es in Deutschland auch männliche Hebammen, die Entbindungspfleger. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit einem Wolf zu begegnen um ein Vielfaches größer als einen Entbindungspfleger zu treffen. 2018 gab es in Deutschland gerade einmal vier davon und es werden noch nicht viel mehr geworden sein. Ab 2020 soll sich die Situation dann verbessern. Dann kommt die Hebammenausbildung in die Hochschulen und wird dadurch deutlich aufgewertet.

 

Hebamme bei der Untersuchung einer Schwangeren

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Was leistet die Hebamme für Sie?

Schwangerschaftsvorsorge

Von der Feststellung der Schwangerschaft bis zum Beginn der Wehen kann sie alle Maßnahmen der Schwangerschaftsvorsorge (ausgenommen Ultraschalluntersuchungen) durchführen. Sie berät und hilft bei vielen Schwangerschaftsbeschwerden und bereitet Sie gezielt auf die Geburt vor. Dazu gehören Atem- und Entspannungstechniken und oft auch das Angebot von Schwangerschaftsgymnastik.

Geburtshilfe

Ab dem Beginn der Wehen leitet die Hebamme in eigener Verantwortung und ohne Arzt die Geburt. Ohne sie darf ein Arzt nur im Notfall eine Geburt durchführen. Sie muss in Notfällen selbst Hilfe leisten oder ärztliche Hilfe hinzuziehen. Nach der Geburt untersucht sie Mutter und Kind (inklusive Kindervorsorgeunteruchung U1).

Wochenbettbetreuung

Nach der Geburt unterstützt die Hebamme Mutter und Kind und berät zur Ernährung und Pflege des Neugeborenen. Sie versorgt Wunden, die bei der Geburt entstanden (Scheiden- und Dammverletzungen) und überwacht die Rückbildungsvorgänge. Diese Zeitspanne von durchschnittlich sechs bis acht Wochen bezeichnet man als Wochenbett.

Insgesamt kann man so von einer Rundumversorgung vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende des Wochenbettes sprechen - erst für die Schwangere und dann für Mutter und Kind.

Die können das!

Die Hebammen erhalten eine gründliche Ausbildung in einer Hebammenschule für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit. Sie umfasst 1.600 Stunden Theorie und 3.000 Stunden praktische Ausbildung und endet mit dem staatlichen Examen. Noch, muss man sagen, denn ab 2020 wird die Ausbildung auf Hochschulniveau angehoben. Dann werden sich (hoffentlich) auch mehr Männer für diesen Beruf entscheiden.

 

 

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